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IPO von Kabel Deutschland (KDG) stößt auf geteiltes Echo (2)

Zeit: 22.03.10 15:42

(Neu: Kommentar der Bernecker Börsenbriefe; weitere Händlerstimme)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Börsendebüt von Kabel Deutschland (KDG) (KD8.ETR) ist am Montag auf geteiltes Echo gestoßen. Die Aktien des größten deutschen Kabelnetzbetreibers starteten auf Xetra und an der Frankfurter Börse mit einem ersten Kurs von 22,50 Euro. Hieraus ergibt sich ein Zeichnungsgewinn von 2,72 Prozent. Der Ausgabepreis für die insgesamt 34,5 Millionen Anteile hatte bei 22,00 Euro gelegen, wie KDG am Freitag mitgeteilt hatte. Gegen 15.30 Uhr notierten die Aktien auf Xetra bei 22,24 Euro, wobei 3,4 Millionen Aktien auf dem elektronischen Handelssystem den Besitzer wechselten. In der Spitze war das Papier bis auf 22,83 Euro geklettert, das bisherige Tief lag bei 22,10 Euro.

Die Einnahmen von etwa 760 Millionen Euro fließen komplett den Eigentümern wie etwa der US-Beteiligungsfirma Providence zu. Die hochverschuldete KDG selbst wird demnach kein Geld aus dem Börsengang erhalten. Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank sprach von einem "gelungenen Start".

Marktteilnehmer sehen den Erfolg des ersten großen Börsengangs seit geraumer Zeit als wichtige Richtschnur für weitere IPO-Pläne. Raimund Saxinger, Fondsmanager bei Frankfurt Trust, sagte: "Man wird am Erfolg der Börsengänge ablesen können, ob die Märkte aufnahmebereit für IPOs sind. Wenn Kabel Deutschland und Tom Tailor erfolgreich sind, wird es dieses Jahr sicherlich eine Reihe weiterer Börsengänge geben." Der Modekonzern bietet seine Aktien in einer Spanne von 11 bis 15 Euro an - bei Lang & Schwarz liegt die Spanne im Handel per Erscheinen aktuell bei 13,50 zu 14,50 Euro.

Für Analyst Heino Ruland von Ruland Research ist der Börsengang alles andere als gelungen. Der erste Kurs habe nur knapp über dem Ausgabepreis gelegen. Das zeuge nicht gerade von einer hohen Nachfrage, von der während der Zeichnungsfrist die Rede gewesen sei. Ruland zeigte sich erstaunt, dass ein Unternehmen wie Kabel Deutschland überhaupt an die Börse geht. Angesichts der hohen Schuldenlast dürfte eine Kapitalerhöhung nur eine Frage der Zeit sein.

"Unsere Begeisterung hält sich in Grenzen", lautete der Kommentar der Experten der "Bernecker Börsenbriefe". Als Gründe hoben die Experten hervor, dass eine Emission nur dann gut sei, wenn das Geld aus dieser mindestens zu 80 Prozent im Unternehmen verbleibe und nicht direkt oder indirekt wieder abfließe. Sämtliche Aktionäre von Kabel Deutschland seien Finanzinvestoren, "die sehr gekonnt" ihr investiertes Geld teilweise schon abgezogen hätten, etwa indem die Verschuldung von Kabel Deutschland erhöht worden sei./rum/fat



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