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Goldenes Kreuz & Todeskreuz

In der technischen Analyse gibt es kaum zwei Begriffe, die bei Börsianern mehr Aufmerksamkeit erregen als das „Goldene Kreuz“ und das „Todeskreuz“. Klingt dramatisch – und tatsächlich gelten diese Signale als bedeutende Trendindikationen. Doch was steckt dahinter?

Was sind diese Signale?

Beide Muster entstehen aus dem Zusammenspiel zweier gleitender Durchschnitte: dem 50-Tage-Durchschnitt (kurzfristig) und dem 200-Tage-Durchschnitt (langfristig).

Beim Goldenen Kreuz schneidet der 50-Tage-Durchschnitt den 200-Tage-Durchschnitt von unten nach oben. Das Signal gilt als bullisch – der Markt wechselt vom Bären- in den Bullentrend. Anleger interpretieren dies als Einstiegsgelegenheit.
Das Todeskreuz ist das genaue Gegenteil: Der 50-Tage-Durchschnitt fällt unter den 200-Tage-Durchschnitt. Dies gilt als bearishes Signal und warnt vor einer möglichen längeren Schwächephase.

Ein aktuelles Beispiel

Die Aktie der Deutschen Börse AG zeigte zuletzt ein klassisches Goldenes Kreuz – und das in einem Marktumfeld, das von geopolitischer Unsicherheit geprägt war. Genau das macht dieses Signal so interessant: Es entsteht nicht im Jubel, sondern oft mitten in einem schwierigen Umfeld, wenn die Kurse bereits wieder Stärke zeigen, bevor die breite Masse es wahrnimmt.

Wie verlässlich sind diese Signale?

Ehrlich gesagt: Sie sind kein Allheilmittel. Gleitende Durchschnitte sind Lagging-Indikatoren – sie reagieren verzögert auf Kursbewegungen. In stark trendenden Märkten funktionieren sie gut, in Seitwärtsphasen produzieren sie dagegen häufig Fehlsignale. Profis nutzen sie daher nie isoliert, sondern kombinieren sie mit weiteren Indikatoren wie RSI, Volumen oder Unterstützungslinien.
Dennoch: Als Filter zur Einschätzung des übergeordneten Trends sind Goldenes und Todeskreuz aus keinem Chartbild wegzudenken.