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Faktorzertifikate einfach erklärt

Du willst stärker an Kursbewegungen verdienen, als es die Aktie allein hergibt? Dann bist du vielleicht schon über Faktorzertifikate gestolpert – Hebelprodukte, mit denen du überproportional dabei bist. Wir erklären dir das Prinzip am Beispiel Siemens Energy.

Das Grundprinzip

Ein Faktorzertifikat bildet die tägliche Bewegung mit einem festen Hebel ab. Bei Faktor 2 gilt: Steigt die Siemens-Energy-Aktie an einem Tag um 1 Prozent, legt dein Zertifikat um 2 Prozent zu. In einem stabilen Aufwärtstrend summiert sich das Tag für Tag zu deinen Gunsten.

Der Haken: tägliche Anpassung

Der Hebel bezieht sich aber immer nur auf einen Tag – jeden Abend wird neu aufgesetzt. In Seitwärtsphasen wird das zum Nachteil. Dirk Heß von der Citi warnt: „Das sind keine Papiere zum Kaufen und Liegenlassen.“

Ein Rechenbeispiel (Faktor 2):

Tag 1: Die Aktie fällt 2 Prozent. Dein Zertifikat verliert 4 Prozent – von 100 € auf 96 €.
Tag 2: Die Aktie holt die 2 Prozent wieder auf (+2,04 Prozent). Dein Zertifikat gewinnt 4,08 Prozent – steht aber nur bei 99,92 €.
Ergebnis: Die Aktie ist bei ±0, dein Zertifikat leicht im Minus. Je volatiler der Markt, desto größer dieser Effekt.

Totalverlust möglich?

Auf null fallen kann das Papier kaum: Ab einem bestimmten Tagesverlust wird die Rechnung vorzeitig gestoppt und auf niedrigerer Basis neu gestartet – das dämpft den Absturz. Ein Restrisiko bleibt aber: Rechtlich sind Faktorzertifikate Inhaberschuldverschreibungen. Geht der Emittent pleite, verfallen sie wertlos.

Fazit: Der doppelte Hebel ist verlockend, aber kein Selbstläufer. Er eignet sich für kurzfristige, gezielte Wetten – nicht für die Schublade.

Dies ist keine Anlageberatung. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden.