Henkel: Goldenes Kreuz trifft auf Halbjahres-Rückenwind

Die Henkel-Vorzugsaktie hat sich seit Anfang Mai eindrucksvoll berappelt. Nach dem Todeskreuz Ende April – als die 50-Tage-Linie unter die 200-Tage-Linie fiel – drehte der Titel und bildete im Juli das Goldene Kreuz. Die kurzfristige Durchschnittslinie durchbrach die 200-Tage-Linie nach oben, ein klassisches Signal für einen intakten Aufwärtstrend. Aktuell notiert das Papier bei rund 79,70 Euro – und damit knapp unter dem Februar-Zwischenhoch von etwas über 81 Euro. Genau hier lauert nun ein potenzieller Widerstand, an dem sich die Rally beweisen muss.
Fundamental liefert der Düsseldorfer Konzern den passenden Rückenwind. Am 8. August legte Henkel starke Halbjahreszahlen vor: Der Umsatz wuchs organisch um 3,2 Prozent auf rund 10,3 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT kletterte auf 1,62 Milliarden Euro (Marge: 15,7 Prozent). Das währungsbereinigte Ergebnis je Aktie legte um 7,1 Prozent auf 2,86 Euro zu. Zugpferd war einmal mehr die margenstarke Klebstoffsparte Adhesive Technologies mit einem organischen Plus von 4,5 Prozent.
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Im Konsumgütergeschäft (Consumer Brands) fiel das organische Wachstum mit 1,7 Prozent verhaltener aus – und zeigte deutliche regionale Unterschiede: Während Nordamerika um 2,4 Prozent zulegte, gab Europa organisch um 1,5 Prozent nach. Besonders dynamisch präsentierte sich hier die Haarpflege, gestützt durch die Integration frisch zugekaufter Marken.
Prompt hob das Management den Ausblick an: Statt 1,0 bis 3,0 Prozent peilt Henkel nun 1,5 bis 3,5 Prozent organisches Umsatzwachstum an. Rückenwind kommt auch aus dem Portfolioumbau – Zukäufe wie der US-Haarpflegespezialist Olaplex sollen 2026 rund 700 Millionen Euro Zusatzumsatz bringen. Bis 2030 sollen die neuen Marken sogar rund 2 Milliarden Euro zusätzliche Erlöse beisteuern.
Die Analysten bleiben gespalten: Barclays hob das Kursziel auf 85 Euro an, während Goldman Sachs bei „Sell“ verharrt und 75 Euro sieht. Bekannte Marken wie Persil, Schwarzkopf und Loctite, dazu eine solide Nettofinanzposition von 1,9 Milliarden Euro und ein freier Cashflow von rund 600 Millionen Euro im ersten Halbjahr, sprechen jedoch für ein stabiles Fundament. Ob die 81er-Marke fällt, dürfte die kommenden Handelstage prägen.
Dies ist keine Anlageberatung. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden.