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BASF: Das leise Comeback eines DAX-Sorgenkinds

Lange war die BASF-Aktie ein Sorgenkind: schwache Nachfrage, hohe Energiekosten, eine gekürzte Dividende. Doch das Bild hat sich gedreht. Seit dem Tief vor rund einem Jahr hat der Titel deutlich zugelegt und zählt derzeit zu den auffälligen Erholungswerten im HDAX.

Der Chart: Momentum und Goldenes Kreuz

Technisch präsentiert sich BASF solide. Der Momentum-Indikator Relative Stärke nach Levy (RSL) mit der Standard-Einstellung von 130 Tagen liegt bei 1,05 – ein Wert über 1,0 signalisiert positives Momentum, der Kurs liegt also über seinem längerfristigen Durchschnitt. Bereits im Dezember bildete sich ein Goldenes Kreuz, als die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchkreuzte. Seitdem hielt sich die kurzfristige über der langfristigen Linie. Zuletzt näherten sich beide zwar wieder an, inzwischen verlaufen sie aber parallel – das bullische Signal bleibt intakt. Vom 260-Tage-Tief hat sich der Kurs um fast 30 Prozent entfernt.

Die Fundamentaldaten: Die Wende in Zahlen

Der charttechnischen Stärke stehen handfeste Fortschritte gegenüber. Im zweiten Quartal 2026 übertraf BASF die Erwartungen deutlich: Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte auf 2,4 Milliarden Euro – klar über dem Konsens von 2,1 Milliarden. Höhere Preise, größere Absatzmengen und bessere Margen trafen zusammen. Entsprechend hob der Konzern den Ausblick an: Die EBITDA-Prognose für 2026 stieg auf 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro. Hinzu kommt eine aktionärsfreundliche Kapitalpolitik mit einem neuen Aktienrückkauf über bis zu 1,0 Milliarde Euro.

Die andere Seite

BASF bleibt ein zyklischer Wert. Hohe Energiekosten in Europa und Konkurrenzdruck aus Asien bestehen fort – JPMorgan bleibt mit einem Kursziel von 40 Euro skeptisch. Das Momentum ist real, aber an die Nachfrageentwicklung geknüpft.

Fazit: Bei BASF treffen ein stabiler Aufwärtstrend und eine operative Wende zusammen. Der RSL bestätigt das Momentum, das Goldene Kreuz hält, die Quartalszahlen liefern die Substanz. Ob daraus eine nachhaltige Neubewertung wird, hängt davon ab, ob die zyklische Erholung trägt.

Dies ist keine Anlageberatung. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden.