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thyssenkrupp Aktie: Vom Stahlriesen zum Rüstungsprofiteur

Wenige Aktien am deutschen Markt haben sich zuletzt so gewandelt wie thyssenkrupp. Aus dem einstigen Sorgenkind der Schwerindustrie ist ein diversifiziertes Technologiehaus mit starkem maritimen Standbein geworden – und der Chart erzählt diese Geschichte eindrücklich mit.

Der Chart: Ein Aufwärtstrend mit Verschnaufpausen

Bereits im Januar 2025 bildete die Aktie ein Goldenes Kreuz, als die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchkreuzte. Danach folgte ein Treppenmuster: steile Anstiege, unterbrochen von Seitwärtsphasen, dann wieder aufwärts. Nach einer deutlichen Korrektur, die im März 2026 auslief, setzte eine kräftige Erholung ein, die bis heute anhält. Besonders spannend war der Mai 2026: Beinahe kam es zu einem Todeskreuz – doch kurz vor der Berührung drehte die 50-Tage-Linie wieder nach oben ab. Der Momentum-Indikator Relative Stärke nach Levy (RSL) bestätigt die Stärke mit 1,35, deutlich über der Schwelle von 1,0.

Die Fundamentaldaten: Der Umbau zahlt sich aus

Im dritten Quartal 2025/26 kehrte thyssenkrupp in die Gewinnzone zurück: Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 8,8 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro, unter dem Strich ein Nettogewinn von 34 Millionen nach Vorjahresverlust. Der eigentliche Treiber ist die Marinesparte TKMS: Der Auftragsbestand erreichte Ende Juni einen Rekordwert von 20,1 Milliarden Euro, der Umsatz wuchs in neun Monaten um 19 Prozent. TKMS hob die Wachstumsprognose auf 10 bis 12 Prozent an. Hinzu kommt Rückenwind aus verschärften EU-Stahlzöllen.

Die andere Seite

Die Aktie hat viele gute Nachrichten bereits eingepreist und notiert nahe ihrem Mehrjahreshoch. Die Wasserstofftochter Nucera senkte ihre Ziele, und die Finanzierung der geplanten Konzernaufspaltung gilt manchen als Risiko. Das Analystenbild ist geteilt, das Konsensziel liegt um 18 Euro.

Fazit: Bei thyssenkrupp treffen ein intakter Aufwärtstrend und eine operative Wende zusammen. Das vermiedene Todeskreuz und der RSL von 1,35 signalisieren Momentum, der Rüstungsboom um TKMS liefert die Substanz. Ob die Neubewertung weitergeht, hängt davon ab, ob die Ergebnisverbesserung trägt.

Dies ist keine Anlageberatung. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden.